Psychologie - Hundetraining? Klarheit hilft...

 

Nun, da wir ja aber keine Hundetrainer sind. Was machen wir denn eigentlich? Klar, die, welche uns kennen oder auch die, welche diese HP etwas studiert haben, werden hoffentlich verstanden haben, dass wir den Hunden hier nicht Sitz / Platz / Fuss beibringen. 

 

Nö, dafür gibts die klassischen Hundeschulen, dies sind Spielereien für auf dem Hundeplatz oder einem Regentag zu Hause. So funktioniert aber der Alltag nicht. 

 

Gerade vor wenigen Tagen einmal mehr bei einer Anamnese bestätigt bekommen. Hundchen zu Hause ohne Ablenkung wunderbar, Streber, ganz brav und voll dabei beim Klickern - aber wehe, wehe man geht mit dem Tier in die "freie Wildbahn". Dann treffen sich Hund und Frauchen bestenfalls 2 h später beim Auto oder vor der Haustüre wieder - sofern Herr Hund seine Termine alle innert 2 Stunden durch bekommt. Steht noch ein Kinobesuch mit einer feschen Dame an, kanns auch länger dauern... :-) 

 

Dumm nur, dass sich Frauchen nun an eine Leine gehängt hat und Hund sie an alle Termine mitschleppen muss... Macht echt keinen Spass, sowas... 

 

Tja, das ist nun also das Leben, von Hund und Mensch. Seltsam, wo das Konditionieren zuhause doch soooo toll klappt... Tja. 

 

Da fängt nun eben unsere Arbeit an. 

 

Was ich persönlich im Alltag seit einigen Jahren immer und immer wieder feststelle, ist der Umstand, dass sooo viele Menschen total fremdbestimmt sind. Viele Menschen wissen gar nicht mehr, was sie eigentlich wollen (im besten Fall wissen sie vielleicht, was sie nicht wollen, gut, immerhin....) 

 

Aber so viele Menschen leben gar nicht ihr Leben. Sie leben das Leben ihres Partners, ihrer Kinder, ihrer Eltern. Und das stimmt mich teilweise wirklich traurig. Sie besuchen Anlässe, um halt vor Freunden oder dem Sportverein die "glückliche Familie" vorzuleben (mindestens einer der Ehepartner wäre aber definitiv lieber zu Hause geblieben), man trifft sich anderen Veranstaltungen, weil man halt "dabei sein muss" (wer sagt das?). Die Leute flüchten sich in Verpflichtungen, was sie alles noch zu erledigen haben. Keine Zeit, keine Zeit... Immer wieder eine Ausrede. Keine Zeit... Ich muss noch... 

 

Ja, klar. Meiner Meinung nach alles eine Flucht. Eine Flucht vor sich selbst. Vor seinen eigenen Bedürfnissen, die viele Menschen nicht (mehr) kennen. Da sie "immer was zu tun haben", brauchen sie sich mit manchen Dingen nicht zu beschäftigen und abends fühlt es sich ja halbwegs gut an. Ich habe heute viel geschafft... Yepp! Hattest Du auch Zeit für Dich? Mal innezuhalten? Ein Zwiegespräch mit Dir selbst zu führen? Auf dem Hundespaziergang einfach mal die kühle Herbstluft zu atmen, zu SEIN! Im Hier und Jetzt! Den fallenden Blättern zuzuschauen. Die am Wegesrand kriechende Schnecke zu beoachten und festzustellen: läck, ist die schnell! Und das ist kein Witz. Beoachtet man so ein Tier wirklich im Hier und Jetzt, dann sind die ziemlich schnell... 

 

Und genau diese Dinge, dieses "sich selber fühlen", sich selber auch abgrenzen können, Prioritäten setzen (keine Zeit haben heisst ja auch immer, man nimmt sich dies, wofür man keine Zeit hat, zu wenig wichtig...), auch mal NEIN sagen, auf sich selber schauen, seinen Fixstern zu kennen und ihn zu leben... 

 

Manchen Leuten im Freundeskreis fällt es vielleicht auf. Dass Sie fremdbestimmt sind, sich manipulieren lassen. Sich selbst manipulieren, sich Dinge einreden, die, bei genauer Betrachtung, für die wir ja aber nie Zeit haben, sich als völlig schöngeredet herausstellen... Doch wenn Freunde oder Angehörige das ansprechen, stossen sie meist auf taube Ohren oder Freundschaften gehen gar in die Brüche. 

 

Und dann? Dann kommt plötzlich so ein Hund daher und spiegelt das alles... Und dann merkt man (hoffentlich), dass da was nicht stimmt. Kommen dann Ena und ich ins Spiel, werden die Menschen plötzlich verstehen, dass die Probleme mit dem Hunde verschwinden, sobald diese Menschen ihren Weg gefunden haben, ihre Prioritäten kennen, lernen, sich abzugrenzen und vorallem: KLARHEIT haben - und KLARHEIT vermitteln...